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Annäherung an Machu Picchu: Aguas Calientes

Machupicchu, Peru


Wieder heißt es früh Aufstehen: um 6h15 fährt der Backpacker-Zug von PeruRail aus Cusco ab. Die Fahrt der Schmalspurbahn beginnt mit einem als "zig-zag" berühmt gewordenen Streckenabschnitt, auf dem der Zug unter vielmaligen Richtungswechseln aus dem Tal Cuscos emporsteigt. Mitten durch arme Randviertel geht es hier, ein Teil Cuscos, den wohl kein Tourist besuchen wird. Wie Müllhalden sehen die Straßen aus, und lassen die Armut neben dem touristischen Cusco erahnen.

Nachteil des zig-zag: wir kommen nicht gerade schnell voran. Für die etwas über 100km braucht der Zug 4 Stunden, dafür geht die Strecke meist direkt am malerischen Urubamba-Fluß entlang. Bei km 108 steigen ein paar Backpacker aus, die zur eintägigen Kurzversion des Inka-Tails aufbrechen, und für einen kurzen Moment bedauern wir, nicht darunter zu sein, weil wir keine der reglementierten Zugangstickets mehr bekommen haben.

In Aguas Calientes, der Endstation des Zuges, erwartet uns schon jemand von unserem Hotel, dem "Gringo Bill's", einem ganz hübsch um einen Innenhof gruppierten Sammelsurium von Zimmern direkt im Zentrum des Dorfes. Wir erledigen zunächst ein paar "Formalitäten", insbesondere erstehen wir Eintrittskarten für Wiñay-Wayna, und damit die Berechtigung, den Inka-Trail von Machu Picchu aus ein Stück weit zurückgehen zu können. Wir wollten das eigentlich heute angehen, aber zum einen regnet es immer stärker, und zum anderen dürfen wir nur an einem Tag beide Stätten besuchen...

Mit plötzlich viel Zeit zur Verfügung beschließen wir, einen Aufstieg auf den Machu Picchu gegenüberliegenden Berg, den Putucusi, anzugehen. Der Weg dorthin verläuft zuerst auf den Bahnschienen (echtes Road-Movie-Gefühl kommt auf), dann steil durch Hochurwald hinauf. Kein Mensch ist außer uns dort unterwegs, was uns gefällt aber auch ein bißchen nervös macht.

Der Ausflug findet ein jähes Ende an einer Holzleiter, die steil und ohne einsehbares Ende die Felswand hinaufführt. Dort die rutschigen Holzbohlen hinauf kämen wir ja vielleicht - aber wieder herunter? Ein kleiner Versuch belehrt uns, daß wir besser umkehren sollten: auf den glitschigen Holzbalken wird der Abstieg zu einer echten Zitterpartie, und nicht auszudenken ist, wer uns wann finden würde, sollten wir abrutschen. Es heißt nicht umsonst, daß 75% aller Wanderer hier umkehren: wir auch.

Als Alternativprogramm landen wir im Museo de Sitio "Manuel Chávez Ballón", wo archäologische Funde aus Machu Picchu ausgestellt sind. Von kaum einem Touristen besucht und gerade seit wenigen Jahren wieder geöffnet, ist das Museum ein echter Geheimtip. Sehr modern gemacht, anschaulich, und voll interessanter Funde! So bekommen wir eine erste Ahnung der sagenumwobenen Inkastadt und die richtige Vorbereitung für den morgigen Besuch. Mit zum Museum gehört ein kleiner aber feiner botanischer Garten, in dem wir cuy-Verwandte und aves del paraiso, exotisch-bunte Blumen, bewundern.

Zum Abendessen: im "Inka Wasi", schließlich gibt es hier nur restaurantes touristicos. Das Paprika relleño schmeckt, und wird dekoriert von einem liebevoll in Möhre geschnitztem Condor.

permalink written by  gattidimonaco on September 25, 2006 from Machupicchu, Peru
from the travel blog: Los Andes 2006
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