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gattidimonaco


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Los Andes 2006
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Der letzte Tag

Santiago, Chile


Heute geht unsere Reise zuende: mittags zurück von Buenos Aires (mit einer unverschämt teuren Flughafensteuer) nach Santiago, wo wir einen letzten Spätnachmittag in der Innenstadt beim Bummeln und Einkaufen verbringen.

Ein letztes Abendessen, wieder in der Lastarria, diesmal bei einem patagonischen Bar-Restaurant, in dem wir eine Riesenplatte mit Wurst, Käse und viel fettigem Öl verspeisen - zum Rotwein in Bechern statt Gläsern...

Am nächsten Morgen dann der Abflug, mit Zwischenlandung in Sao Paulo, bis nach Zürich, wo wir am 5. Oktober mittags ankommen (und von Sprüngli mit schweizer Schokolade empfangen werden). Ein großartiger, erlebnis- und abwechslungsreicher Urlaub geht zuende!

permalink written by  gattidimonaco on October 3, 2006 from Santiago, Chile
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In der Großstadt

Buenos Aires, Argentina


Heute regnet es. Entsprechend fallen unsere Pläne aus: Einkaufen. Erstmal ziehen wir in ein besseres Hotel um (Astoria an der Av. de Mayo, mit gutem Preis-Leistungsverhältnis für AR$ 125). Dann besuchen wir die um die Ecke liegenden Tango-Geschäfte: eines ist da am anderen, eine Riesenauswahl an Schuhen und Kleidern findet sich, und zum Teil haben die Geschäfte sogar Tanzböden neben den Ankleidekabinen. Wir werden prompt auch fündig...

Nachmittags fahren wir auf einen Abstecher ins Hafenviertel La Boca, das wegen der bunten Wellblechhütten berühmt ist. Im Regen ist der auf Bustourismus ausgerichtete Ort allerdings weniger berauschend, so daß wir nicht lange bleiben.

Abends treffen wir Bekannte, die uns in ein Grillrestaurant in der Recoleta führen - nicht die beste und billigste Wahl, aber es wird ein unterhaltsamer Abend mit viel, viel Fleisch (und zum Abschluß noch einem Eis von Freddo, das den Ruf hat, zu den besten der Welt zu gehören), an dem wir im wahrsten Sinne des Wortes noch lange zu verdauen haben.

permalink written by  gattidimonaco on October 2, 2006 from Buenos Aires, Argentina
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Tango in BsAs

Buenos Aires, Argentina


Wieder früh raus, wieder mit Pepe zum Flughafen in Santiago, und nach einem 2h-Flug sind wir in Buenos Aires!

Die Hotelsuche gestaltet sich zunächst wenig erfolgreich: im zweiten Anlauf landen wir im "Gran Hotel España", daß den Namenszusatz "gran" wahrlich nicht verdient. Für unseren Reiseführer (Footprint) ist es der Charme der Antike, für uns ist es ein baufälliger (aber immerhin billiger) Schuppen. Wir bleiben dennoch erstmal für eine Nacht (AR$ 60).

Dann beginnt der genußvolle Sonntag in BsAs. Wir schlendern ins nahe San Telmo, wo sich die Straßen in einen riesigen Antiquitäten- und Flohmarkt verwandelt haben. Straßenmusiker und -künstler sorgen für den ersten Kontakt mit dem Tango, und auf dem Hauptplatz von San Telmo werden wir diesbezüglich wirklich fündig. Wir gesellen uns zu den schon erwartungsvoll um einen improvisierten Tanzboden gruppierten Menschen, und nach einer Weile werden wir mit einer wunderbaren Tango-Vorführung belohnt. Nach einem älteren eleganten Paar (er extrem souverän) übernimmt "El Indio", ein wirklich indianisch aussehender Tangolehrer, und gibt eine kurze histoire des Tango, natürlich mit den entsprechenden Tanzeinlagen mit seiner Partnerin. Bis hin zu den Karikaturen des europäischen Tango des französischen Schwarzweißfilms haben die beiden es echt drauf! Wie passend, daß sie für heute abend 19:30 eine "classe" ankündigen...!

Die gute Stunde bis dahin verbringen wir im Café Tortoni, einer fixen Einrichtung der Stadt im Stil der 1930er, die man einfach gesehen haben muß. Nach einer Stipvisite im Hotel kommen wir so allerdings nicht rechtzeitig zurück nach San Telmo.

Zum Glück tut das überhaupt nichts: als wir ankommen, ist der Tanzkurs vorüber, uns es ist eine echte milonga unter freiem Himmel im Gange. Auch wir können unsere Scheu überwinden - und so tanzen wir Tango in Buenos Aires! Wobei gesagt werden muß, daß die wahren Könner die Leute hier sind: mit der Sicherheit jahrzehntelanger Übung gehen sie 100%ig mit der Musik mit, setzen Akzente in ihren Figuren passend zu den Akzenten der Musik - und das mit ständig wechselnden Partnern. Das ganze hat zudem eine sehr familiäre Atmosphäre, ständig kommen Leute dazu, die als Bekannte begrüßt werden.

Den wunderbaren Abend beschliEssen wir im Café Teritorio, wo man auch gut mehr hätte Essen können.

permalink written by  gattidimonaco on October 1, 2006 from Buenos Aires, Argentina
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Reisetag

Arica, Chile


Jetzt hat definitv die Rückreise begonnen, und heute ist ein ganzer Reisetag: um 7:00 morgens mit dem Bus von Arequipa nach Tacna, was wieder nur erfreuliche 5h30 dauert (statt bis zu 7h00 laut Auskunft diverser Reisebüros und Agenturen). An einer "Obstkontrolle" entsteht Kontakt zu einem mitreisenden Pärchen aus England, so daß wir in Tacna schon eine Fahrgemeinschaft bilden können - so bereits zu viert, finden wir gleich ein colectivo, das uns, ohne auf mehr Passagiere warten zu müssen, über die Grenze bringt.

Die Grenzkontrollen sind wieder unproblematisch, wenngleich sie deutlich länger dauern als auf der Hinreise per Zug, weil deutlich mehr Reisende da sind. Um 15:00 chilenischer Zeit sind wir am Busbahnhof in Arica, wo wir kurz ausruhen und dann per Taxi zum Flughafen fahren. Dort ist absolut nichts los, aber wir schlagen die Zeit bis zum check-in irgendwie tot... 18:55 dann der Flug zurück nach Santiago (Ankunft 22:15), mit kurzer Zwischenlandung in Iquique.

In Santiago holt uns "Pepe", der Taxifahrer unseres Hotels in der Tat ab - wir hatten ihn vor zwei Wochen darum gebeten, aber schon nicht mehr geglaubt, daß er sich erinnern würde...!

Abendessen in einer Bar in der Calle Lastarria (sehr gute Shrimps-Suppe), obwohl es schon recht spät ist.

permalink written by  gattidimonaco on September 30, 2006 from Arica, Chile
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Die weiße Stadt

Arequipa, Peru


Nach ein paar organisatorischen Dingen (wir müssen ja morgen pünktlich am Flughafen in Arica sein) besteht unser Besichtigungs-Tag in Arequipa im Wesentlichen aus zwei Dingen:

Zuerst besuchen wir das Kloster Santa Catalina, eine echte Stadt in der Stadt. Ursprünglich nur für Nonnen, die dort komplett von der Außenwelt abgeschirmt lebten, ist der Komplex seit 1970 bis auf das heutige Restkloster zugänglich und liebevoll restauriert - komplett mit knalligen Farben in Weiß, Rot, Blau, was die Photolust steigert... Wir schliEssen uns einer gerade beginnenden Führung in Spanisch an und lernen so einiges über das Leben der Nonnen - jede lebte damals einzeln in ihrer kleinen Behausung, auch das Essen wurde nicht gemeinsam eingenommen. Und von wegen, Stand und Vermögen spielten im Klosterleben keine Rolle...

Zweiter Höhepunkt des Tages ist das Museum de la Universidad Católica de Santa María. Es wurde im Prinzip um einen einzelnen spektakulären Fund herum aufgebaut, der Kinderleiche "Juanita", die aus der Inka-Zeit stammt und vor nicht allzu langer Zeit im Krater eines der Arequipa umgebenden Vulkane gefunden wurde. Extrem gut erhalten (noch viel Körperflüssigkeit aufweisend) vermittelt sie den Eindruck, gerade erst von den Inka den Göttern geopfert worden zu sein! Ihre Opferbeigaben, Textilien, und Funde aus der Umgebung (wo man noch einige weitere Mumien geopferter Kinder gefunden hat) runden das Museum ab. Vorneweg zeigt man uns einen Film über die wissenschaftliche Expedition auf den Bergen, und die Führung und Erklärung aller Exponate übernimmt eine Studentin in sehr gutem Deutsch. (Neben uns sind noch drei Österreicher aufgetaucht, die sich beim Anblick der Funde stolz an "ihren" "Ötzi" erinnern...)

Das AbendEssen ist mal wieder wenig gut...

permalink written by  gattidimonaco on September 29, 2006 from Arequipa, Peru
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Los Uros

Puno, Peru


Endlich ein gemütlicher Morgen mit Frühstück... Danach zum Hafen, und nach etwas Warten füllt sich gegen 10:30 ein colectivo-Boot, mit dem wir zwei Inseln der Uros besuchen können.

Los Uros sind die berühmten schwimmenden Inseln aus Schilfgras, die in der Bucht bei Puno liegen und auf denen indígenos von Fischerei und zunehmend Tourismus leben. In der Tat fühlen auch wir uns verpflichtet, ein kleines Souvenir mitzunehmen... Ansonsten ist es ein lustiges Gefühl, auf diesen "Inseln" herumzustaksen, den Bewohnern beim Kochen (mit offenem Feuer - in einer Umgebung nur aus getroknetem Schilfgras!) und Basteln zuzuschauen. Mit uns im Boot noch zwei Touristen und eine Gruppe von Peruanern aus Lima, die als einzige den offerierten Fisch probieren.

Nach etwa 2h endet die kleine Tour, wieder einmal rechtzeitig, um dem anrückenden Regen und Gewitter zu entgehen.

Der Nachmittag vergeht mit unserer Fahrt zurück nach Arequipa - so kommen wir morgen doch noch dazu, uns diese Stadt ausführlicher anzusehen!

permalink written by  gattidimonaco on September 28, 2006 from Puno, Peru
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Von Cusco an den Titicaca-See

Cusco, Peru


Wenn wir schoneinmal in der Nähe sind, wollen wir auch den Lago Titicaca gesehen haben! Also fahren wir von Cusco nach Puno - was heute sogar per Zug möglich wäre. Allerdings lockt uns das Angebot von FirstClass, die einen Bus der "Classe Turistico" mit Zwischenstops an verschiedenen Sehenswürdigkeiten anbieten. Für uns die Möglichkeit, en passant noch das eine oder andere mitzunehmen.

Die pasaje hatten wir gestern abend kaufen wollen, aber mangels Bargeld nur in einem Tour-Büro anzahlen können (80 Soles von 161 insgesamt für uns beide). So erscheinen wir um 7:30 früh mit unserer Quittung am Bus - und stellen fest, daß diese Quittung keinerlei Wert für die Busgesellschaft besitzt. Ohne Ticket keine Fahrt... Zu unserem Glück regelt einer der Chefs die Situation: er treibe das angezahlte Geld schon ein von diesem Tour-Büro, und es seien ja noch zwei Plätze frei im Bus. So kommen wir mit, ohne mehr als die versprochenen 25 US-$ zahlen zu müssen. (Andere im Bus mußten für dieselbe Reise 45 zahlen!)

Auf einmal sind wir in einer ganz anderen Welt: der des rundum versorgten Touristen. Wir müssen einfach nur im Bus sitzen und warten, von Monument zu Monument geschaukelt zu werden...

Den Anfang macht die Kirche in Andahuaylillas, genannt "Capilla Sixtina Andina", was sich allerdings als maßlos übertrieben für die etwas windschiefe Innenausstattung herausstellt. Immerhin, über dem wieder mit viel Silber und Spiegeln geschmückten Altar hängt ein Werk von Murillo, und die Mudéjar-Decke im vorderen Teil des Kirchenschiffs ist interessant - und zeigt eine wirre Kombination von christlichen, indigenen und arabischen Symbolen, mit dem achteckigen Stern der Mauren in der Mitte. Bemerkenswert auch noch das Gemälde zu Seiten der Eingangstür - hier ist der Weg in den Himmel mit Dornen, der in die Hölle mit Rosen belegt...

Nach etwas weiterer Fahrt halten wir noch bei den Ruinen von Raqchi, Temepl des Gottes Wiracocha an der Grenze zwischen den Quechua und den Aymara; so rundet ein weiteres Inka-Monument unsere Besichtigungen ab. Die Anlage wäre auch beschaulich-schön, wären da nicht die unzähligen peruanischen Kinder, die wohl gerade auf einer Art Ferienlager hier sind. Sie umlagern uns förmlich und betteln um "una foto, una foto" - wir denken erst, es ginge ihnen um die paar Soles, die sie uns dann sicher abverlangen würden. Gefehlt: erst bei unseren mit dicken D-SLR-Kameras behängten Reisegenossen merken wir, daß es den Kindern darum geht, sich im kleinen Monitor der Digitalkameras sehen zu können! Ein Mitreisender geht auf die Photowünsche ein und hat Mühe, den Kindern seine Kamera wieder zu entreißen.

Es folgen zwei wenig lohnenswerte Stops: In San Pablo werden wir in einen Hof gefahren, um den herum sich diverse Stände mit wenig hübschen Silber-, Ton- und Alpaca-Waren aufgebaut haben. Wir dürfen zwar kostenlosen mate de coca trinken und die Alpacas füttern, sollen aber eigentlich vor allem einkaufen... Und wir dachten schon, die angepriesenen Alpacas bekämen wir in freier Wildbahn zu sehen - wie eben auf unseren Touren in Chile! Ähnlich touristisch geht es bei unserem almuerzo in Sicuani zu - ein wenig berauschendes Mittagessen in einem Lokal, das wohl vor allem mit diesen Tour-Bussen Geschäft macht.

Weiter unterwegs nach Puno erreichen wir bald La Raya, den mit 4313m höchsten Punkt der Fahrt und Beginn des altiplano. Der mittwöchliche Zug aus Puno kommt auch gerade dort vorbei, und wir bestaunen ein paar Minuten lang die Bergkulisse, in der irgendwo der Urubamba entspringt, der heilige Fluß der Inka und Hauptzufluß des Amazonas.

Letzter Halt vor Puno ist Pukara, mit einem interessanten kleinen Museum zur gleichnamigen Kultur. Doch hier gönnt man uns nur 5 Minuten, viel zu wenig, um nur einen Bruchteil der Exponate anzusehen. Wie schade - hier drängt unser Guide Marco zum Weiterfahren, während wir in San Pablo und Sicuani viel zu viel Zeit vertrödeln mußten.

In Puno angekommen, beginnt es zu regnen. Gerade noch trockenen Fußes erreichen wir unser Hotel - doch den Abendbummel zum Restaurant müssen wir bei Wolkenbruch und Gewitter verschieben. Wir warten das Gröbste im Hotelzimmer ab, doch dann bietet sich vom Fenster aus ein merkwürdiger Anblick. Es dauert eine Weile, bis wir realisieren, was da auf den Straßen und Dächern liegt - Schnee!

Fürs Abendessen finden wir diesmal nichts Gutes, in einem der tausend restaurantes turisticos im Zentrum, das besser nicht genannt wird.

permalink written by  gattidimonaco on September 27, 2006 from Cusco, Peru
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Machu Picchu: Sagenhafte Stadt

Machupicchu, Peru


Heute ist der große Tag: wir wollen Machu Picchu sehen. Und zwar am besten bei Sonnenaufgang und bevor die Massen ankommen - also stehen wir mal wieder um 5:00 auf, sind um 5:30 bei den ersten Bussen den Berg hinauf dabei, und sind um 6:00 in den Ruinen. Zwar ist es diesig-neblig, aber so haben wir eben statt Sonnenaufgang eine einzigartig mystische Stimmung zu geniEssen!

Nach dem Eingang klettern wir gleich den Berg hinauf zu einer alten Wachhütte, und auf einmal liegt Machu Picchu wirklich zu unseren Füssen - genauso, wie wir es von den Photos kennen, genauso bezaubernd und schön! Unbeschreiblich. Voller Ehrfurcht verweilen wir und geniEssen das Gefühl, angekommen zu sein.

Erst nach einer ganzen Weile brechen wir auf zu einer Erkundung der Anlage. Rund vier Stunden nehmen wir uns Zeit für einen ausgedehnten Rundgang, an den geheiligten Altarsteinen vorbei, wo Esoteriker mit ausgestreckten Händen Energie zu tanken suchen, zum den Spiegeln zur Mondbeobachtung (Steinbecken, die wirklich heute noch mit Wasser als Spiegeloberfläche gefüllt sind), zum Tempel des Condors mit seinem in Stein gehauenen Riesenvogel, und all den anderen Höhepunkten der alten Stadt. Noch fast wie intakt steht sie da, und selbst die mittlerweile zahlreich werdenen Touristen stören nicht wirklich, sondern tragen zum Eindruck bei, es handle sich nicht um Ruinen, sondern um eine immer noch lebendige Stadt!

10:20 brechen wir auf zu unserem kleinen Stück Inka-Trail: zuerst der Aufstieg zum Sonnentor, das auf einem Berggrat hoch oben über der Anlage thront, und von wo aus die einstigen Reisenden den ersten Blick auf Machu Picchu erhaischen konnten - auch wenn für uns unser erster Blick vom Wachturm aus der unvergeßliche immer bleiben wird. Dennoch: immer wieder verlocken Blicke auf die unglaublich harmonisch an den Berg gegossene Stätte zum Anhalten, Photographieren, Bewundern. So brauchen wir eine ganze Stunde bis zum Sonnentor, deutlich mehr als gedacht.

Auf dem weiteren Weg in Richtung Wiñay-Wayna sind wir plötzlich ganz unter uns - nur ein Tourist und ein Guide kommen uns in der ganzen Zeit entgegen! Relativ eben geht es durch grüne Berglandschaft dahin, auf einem Weg, der von Blumen, Kolibris und unglaublich vielen Schmetterlingen (die man fast zertritt, so zahlreich schwirren sie um die Füße) gesäumt ist. Wunderschön! Einzig macht uns Sorgen, daß es doch viel weiter zu laufen ist, als wir gehofft hatten. Schließlich müssen wir am Nachmittag den Zug erwischen und wollen noch einmal etwas Zeit in Machu Picchu haben. Fast schon sind wir am Umkehren, da erreichen wir Wiñay-Wayna, oder jedenfalls das Camping-Lager, das sich in der Nähe der Ruinen befindet. Hier verabschieden wir uns von der Trauer, nicht mit einer Tour den Inka-Trail gegangen zu sein: zu pervers der Anblick der gemütlich Essenden Gringos neben mürrischen weil erschöpften und viel zu beladenen Trägern.

Eine Weile irren wir nach falschen Richtungsangaben im weitläufigen Campingplatz herum, bis wir endlich, 2h15 nach dem Aufbruch von Machu Picchu, den Blick über Wiñay-Wayna haben. Schön sonnig ist es inzwischen, und malerisch menschenleer liegen die Inka-Terrassen unter uns.

Nur eine kurze Rast gönnen wir uns, dann marschieren wir im Eiltempo den Weg zurück, nur zum Wassertrinken anhaltend. So erreichen wir nach nur 1h45 wieder Machu Picchu und geniEssen dort noch einmal den Blick vom Wachturm. Um 15:00 heißt es schweren Herzens Abschied nehmen und per Bus nach Aguas Calientes herunterzufahren. Gerade noch rechtzeitig, um das Gepäck aus dem Hotel zu holen, und um den Zug um 15:55 zu erreichen. Nocheinmal geht es durch das Urubamba-Tal, den zig-zag herunter, und nach 20:00 sind wir zurück in Cusco. Erschöpft aber glücklich finden wir uns im Hotel ein und Essen nochmal bei Pachapapa ein AbendEssen (mit Alpacaschinken-Pizza).

permalink written by  gattidimonaco on September 26, 2006 from Machupicchu, Peru
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Annäherung an Machu Picchu: Aguas Calientes

Machupicchu, Peru


Wieder heißt es früh Aufstehen: um 6h15 fährt der Backpacker-Zug von PeruRail aus Cusco ab. Die Fahrt der Schmalspurbahn beginnt mit einem als "zig-zag" berühmt gewordenen Streckenabschnitt, auf dem der Zug unter vielmaligen Richtungswechseln aus dem Tal Cuscos emporsteigt. Mitten durch arme Randviertel geht es hier, ein Teil Cuscos, den wohl kein Tourist besuchen wird. Wie Müllhalden sehen die Straßen aus, und lassen die Armut neben dem touristischen Cusco erahnen.

Nachteil des zig-zag: wir kommen nicht gerade schnell voran. Für die etwas über 100km braucht der Zug 4 Stunden, dafür geht die Strecke meist direkt am malerischen Urubamba-Fluß entlang. Bei km 108 steigen ein paar Backpacker aus, die zur eintägigen Kurzversion des Inka-Tails aufbrechen, und für einen kurzen Moment bedauern wir, nicht darunter zu sein, weil wir keine der reglementierten Zugangstickets mehr bekommen haben.

In Aguas Calientes, der Endstation des Zuges, erwartet uns schon jemand von unserem Hotel, dem "Gringo Bill's", einem ganz hübsch um einen Innenhof gruppierten Sammelsurium von Zimmern direkt im Zentrum des Dorfes. Wir erledigen zunächst ein paar "Formalitäten", insbesondere erstehen wir Eintrittskarten für Wiñay-Wayna, und damit die Berechtigung, den Inka-Trail von Machu Picchu aus ein Stück weit zurückgehen zu können. Wir wollten das eigentlich heute angehen, aber zum einen regnet es immer stärker, und zum anderen dürfen wir nur an einem Tag beide Stätten besuchen...

Mit plötzlich viel Zeit zur Verfügung beschließen wir, einen Aufstieg auf den Machu Picchu gegenüberliegenden Berg, den Putucusi, anzugehen. Der Weg dorthin verläuft zuerst auf den Bahnschienen (echtes Road-Movie-Gefühl kommt auf), dann steil durch Hochurwald hinauf. Kein Mensch ist außer uns dort unterwegs, was uns gefällt aber auch ein bißchen nervös macht.

Der Ausflug findet ein jähes Ende an einer Holzleiter, die steil und ohne einsehbares Ende die Felswand hinaufführt. Dort die rutschigen Holzbohlen hinauf kämen wir ja vielleicht - aber wieder herunter? Ein kleiner Versuch belehrt uns, daß wir besser umkehren sollten: auf den glitschigen Holzbalken wird der Abstieg zu einer echten Zitterpartie, und nicht auszudenken ist, wer uns wann finden würde, sollten wir abrutschen. Es heißt nicht umsonst, daß 75% aller Wanderer hier umkehren: wir auch.

Als Alternativprogramm landen wir im Museo de Sitio "Manuel Chávez Ballón", wo archäologische Funde aus Machu Picchu ausgestellt sind. Von kaum einem Touristen besucht und gerade seit wenigen Jahren wieder geöffnet, ist das Museum ein echter Geheimtip. Sehr modern gemacht, anschaulich, und voll interessanter Funde! So bekommen wir eine erste Ahnung der sagenumwobenen Inkastadt und die richtige Vorbereitung für den morgigen Besuch. Mit zum Museum gehört ein kleiner aber feiner botanischer Garten, in dem wir cuy-Verwandte und aves del paraiso, exotisch-bunte Blumen, bewundern.

Zum Abendessen: im "Inka Wasi", schließlich gibt es hier nur restaurantes touristicos. Das Paprika relleño schmeckt, und wird dekoriert von einem liebevoll in Möhre geschnitztem Condor.

permalink written by  gattidimonaco on September 25, 2006 from Machupicchu, Peru
from the travel blog: Los Andes 2006
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Unter Gringos: Cusco

Cusco, Peru


Der Flugplan der LAN zwingt uns, früh aus Arequipa aufzubrechen. Um 8:10 steht der Abflug nach Cusco an, und als wir um 7:00 am Flughafen sind, entdecken wir entsetzt riesige Menschenschlangen aus kompletten Reisegruppen. Wir erreichen unseren Flug gerade noch durch "dynamisches Anstehen", und ahnen schonmal, was uns in Cusco erwarten wird.

Dort mit dem Taxi unterwegs in die Stadt, lassen wir uns vom Taxifahrer überreden, noch vor dem Einchecken im Hotel einen Halt bei einem Reisebüro einzulegen, um Zugtickets für die Fahrt an den Machu Picchu zu ergattern - alle warnen uns, daß die schnell ausverkauft werden. Da heute Sonntag ist, hat das Reisebüro zu, aber ein paar Worte vom Taxifahrer, und uns öffnen sich die Pforten. 200 US$ pro Person, eröffnet man uns, kosten alle Tickets zusammen: Zug, Bus, Eintritt, Guide. Leider sei nämlich der günstigere "Backpacker"-Zug für morgen schon voll, und morgen hin, übermorgen zurück sei ohnehin erst mit dem teureren "Vistadome" möglich. (Die US$ 500 für den Luxuszug "Hiram Bingham" wollen wir jedenfalls nicht berappen!)

Unser Glück ist, im richtigen Moment doch wieder skeptisch zu werden. Und, daß die PeruRail-Station gleich gegenüber liegt. Erstaunlicherweise haben sie dort noch zwei Plätze im "Backpacker", für morgen und übermorgen, und deutlich günstiger als im Reisebüro. Nach etwas Hin- und Hergerenne wegen Bargeld und Pässen steht die Buchung, und das Team vom Reisebüro muß klein beigeben. Immerhin kaufen wir ihnen noch Bus- und Eintrittsticket zum offiziellen Preis plus 5 US$ Provision insgesamt ab...

Der Taxifahrer hat derweil gewartet und bringt uns nun zum Hotel. Diesmal wehren wir seine neuen Beeinflussungsversuche (wenn wir keine Reservierung hätten, sei unser Hotel sicher schon voll, er kenne da ein günstiges...) ab und landen dort, wo wir es uns ausgesucht hatten: Das Hotel Casa Elena, versteckt hinter einem unscheinbaren Schild und stets verschlossener Pforte, entpuppt sich als günstig, zentral und hilfsbereit.

Die erste Stadterkundung wollen wir an der Plaza beginnen, doch zufällig stolpern wir schon auf dem Weg dahin an der berühmten Inka-Mauer, die so prominent im Film "The Motorcycle Diaries" zu sehen ist, vorbei.

Auf der Plaza findet gerade eine Prozession mit bunten Trachten statt, vermutlich Erntedank? Aus dem Vorhaben, etwas sparsamer mit dem Photographieren umzugehen, wird erstmal nichts - im Nu sind schon wieder neue Filme voll... Und die Peruaner erweisen sich mal wieder als freundliche Menschen.

Zum Mittagessen müssen wir eine Weile nach einem netten Café suchen - allzu touristisch und untypisch erscheinen uns die meisten. An der Plaza San Blas werden wir fündig: im "Nelly Kelly" (oder Kelly Nelly?) bekommen wir Riesen-Panqueques und den vermutlich leckersten Jugo de Piña der Reise, alles in einem urigen Innenhof. Der Mann der Chefin heißt Tomás und ist ein hängengebliebener Amerikaner, der ganz gemütlich seine Coca-Blätter kaut und uns von seinen Touren in den Urwald erzählt. Ab und zu nimmt er Touristen mit auf den mehrwöchigen Trek in die Gegend um Puerto Maldonado, auf dem Dach von Tanklastzügen, über die Grenze zwischen Hochland und Amazonasgebiet. Was er erzählt, auch von den Goldsuchen dort, klingt einladend, doch bräuchten wir dazu noch 3 Wochen mehr Zeit...!

Ein Sightseeing-Muß in Cusco ist die Qoricancha, ein von den Spaniern katholisch umgewandelter Inka-Sonnentempel. Von der alten Goldpracht ist nichts mehr zu sehen, aber die Mauern sind nach wie vor beeindruckend. Der Atmosphäre abträglich: 'zig Touristengruppen mit ihren Guides, die ein ruhiges Bestaunen des Palastes so gut wie unmöglich machen. Eher enttäuscht kehren wir der Anlage den Rücken.

Die Kathedrale, eine Aggregation aus drei einzelnen Kirchen, macht uns erneut bewußt, wie touristisch es hier zugeht: wir zahlen jeder etwa 4 EUR Eintritt - eine Menge, wenn man es mit den üblichen Preisen in der Region vergleicht! Immerhin sehen wir spiegel- und silberverzierte Altare, und das angeblich erste Kreuz, das die Spanier auf den "neuen Kontinent" brachten. Bemerkenswert auch ein großes Abendmahl-Gemälde aus der Escuela Cusqueña: von den Spaniern in typisch katholischer Manier bestellt, laßt der lokale Künstler Christus und seine Jünger ein cuy (Meerschweinchen) und chicha verzehren - was man eben so zu einem guten Mahl braucht.

Bevor der Abend hereinbricht beginnen wir unseren Aufstieg zum Sacsayhuaman, einer Inka-Anlage, die einst Verteidigungsbau oder Tempel gewesen sein könnte. Erneut macht sich die Höhenluft bemerkbar, aber der Aufstieg wird durch eine Aussicht auf Cusco in der Dämmerung und erneute Inka-Baukunst belohnt. Im letzten Tageslicht steigen wir wieder hinab und beschließen das Besichtigungsprogramm.

Zum Abendessen gehen wir wieder an die Plaza San Blas, ins Restaurant Pachapapa, wo wir exzellente trucha aus dem Titicaca-See und cuy, Meerschweinchen mit etwas fetter und zäher haut aber zartem Fleisch, essen.

permalink written by  gattidimonaco on September 24, 2006 from Cusco, Peru
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